Hallo, meine lieben Leute!
Ich berichte mal wieder aus einem fremden Land von meinem Erlebnissen in einem Blog, damit Familie und Freunde auch Bescheid wissen, was ich hier so treibe. Vorgestern Morgen hat mich mit einer Woche Verspätung (ich brauchte ein Visum für die USA, obwohl ich nur als Zwischenstopp da war) mein lieber Bruder zum Flughafen in Frankfurt gebracht. Jan hatte zwar sehr mit den Tränen zu kämpfen, hat mich dann aber doch ziehen lassen. Zum Flug lässt sich gar nicht all zu viel sagen, außer, dass es ziemlich unbequem war. Ich hatte weniger Beinfreiheit als bei jeder Billigfluggesellschaft und musste 8 Euro für das Entertainment-Programm blechen. Danke, Condor! Aber dafür war der Flug ja relativ preiswert. Nachdem ich den ganzen Stress in Seattle mit den Kontrollen usw. hinter mir hatte, durfte ich mich noch fünf Stunden am Flughafen beschäftigen, bis mein Anschlussflug nach Vancouver kam. Das Flugzeug war dann noch die Krönung. Zwar hatte ich bei Alaska Airlines mehr Beinfreiheit als bei meinem Condor-Flug zuvor, aber die Maschine war so alt, dass man trotz nur 45 Minuten Flugdauer ein ziemlich mulmiges Gefühl hatte. Aber nun gut, das habe ich ja auch überlebt. Am Flughafen in Vancouver durfte ich nochmal ca. 2 Stunden warten bis ich mein Visum ausgestellt bekommen habe. Ich war ja auch noch nicht lange genug unterwegs... Zum Glück habe ich dort eine Deutsche getroffen, die zufälligerweise im gleichen Hostel wie ich war, sodass wir uns das Taxi zum Hostel teilen konnten und uns eine nervige Zugfahrt erspart blieb. Das hat sich dann doppelt ausgezahlt, als es auf dem Weg zum Hostel angefangen hat sehr stark zu hageln. Genau so habe ich mir das Wetter bei meiner Ankunft vorgestellt.
Im Hostel angekommen hat alles ohne Probleme geklappt und ich konnte sofort einchecken. Ich war sehr überrascht, wie viele Backpacker dort waren. Eigentlich ist im Moment ja Off-Season, aber Vancouver scheint das ganze Jahr lang ein sehr beliebtes Reiseziel zu sein. Auf meinem Zimmer traf ich auf zwei Koreaner und einen Deutschen, die sich in Korea kennengelernt haben und nun zusammen reisen. Sachen gibt's. Wir haben die ganze Zeit englisch gesprochen und mir ist tatsächlich gar nicht aufgefallen, dass der Deutsche den stärksten bayrischen Dialekt hat den ich je gehört habe. Er sagt, deswegen spreche er auch mit Deutschen englisch, sie würden ihn dann besser verstehen. Und das kann ich definitiv bestätigen. Im Hostel habe ich auch sofort den Neuseeländer Taine kennengelernt, der leider zwei Tage später schon wieder abgereist ist. Aber wir waren sofort auf einer Wellenlänge und da ich ja sowieso nur den nächsten Tag in Vancouver war, haben wir ausgemacht, am nächsten Tag zusammen in die Stadt zu gehen. Abends habe ich nur noch ein koreanisches Bier getrunken, was tatsächlich gar nicht so schlecht schmeckt, und dann bin ich auch schon eingeschlafen. Ich war ja schließlich lang genug unterwegs und musste am nächsten Morgen um 11 Uhr schon wieder auschecken.
Tatsächlich habe ich es geschafft wie geplant aufzustehen und zum Glück konnte ich meine Sachen in Taines Zimmer lagern bis mein Bus um 18 Uhr Richtung Sicamous ging. Das Wetter war zwar kalt aber sehr sonnig. Wir haben in einem Cafe in Vancouver gefrühstückt, sind ein wenig durch die Stadt gegangen und mittags gab es eine nicht zu empfehlende Pizza. Was ich bisher von Vancouver gesehen habe ist sehr schön, aber darüber werde ich berichten, wenn ich ein paar Tage länger da sein kann. Die restliche Zeit bis mein Bus kam haben wir uns am Handy im Hostel vertrieben, was ich gar nicht schlecht fand, da ich immer noch sehr müde war. Gegen 17 Uhr habe ich schließlich den Weg zur Busstation angetreten. Alles lief wie geplant und um 18 Uhr saß ich auch schon im Bus Richtung Sicamous, wo ich den nächsten Monat bei einem Ehepaar auf Haus und Hund aufpasse, während die es sich auf Hawaii gut gehen lassen. Die sieben Stunden Busfahrt haben mich erneut ziemlich geschlaucht, weswegen ich auch heil froh war, dass Grant schon auf mich gewartet hat als ich in Sicamous ankam. Grant ist genau wie man sich einen Kanadier vorstellt: Super nett und hilfsbereit. Als wir am Haus angekommen sind, habe ich erstmal ordentlich gestaunt. Ein riesiges Haus in einer Siedlung mit ca. 30 festen Einwohnern, das im kanadischen Style eingerichtet ist, aber allen möglichen Schnickschnack hat. Aber dazu komme ich morgen, wenn ich hier alleine bin und ein paar Fotos knipsen kann. Außerdem darf ich auf einen kleinen, etwas zu dicken Hund aufpassen. Grant hat mir auch nur noch das Wichtigste gezeigt und mich dann zum Glück in mein riesiges Bett entlassen.
Seine Frau Barbara habe ich am nächsten Morgen kennengelernt. Genau so nett und hilfsbereit. Ihr Sohn ist momentan auch hier, aber der ist auch schon 36 und bleibt immer nur über das Wochenende. Den kann ich noch nicht so recht einschätzen, da er etwas verrückt aussieht und nicht sehr viel redet. Aber ich war gerade mit ihm einen Kaffee trinken und er scheint auch sehr in Ordnung zu sein. Grant und Barbara sind morgens nachdem sie mir alles gezeigt haben direkt nach Alberta gefahren, um sich ein Musical anzugucken. Michael, der Sohn, bleibt noch bis morgen, wenn ich das richtig verstanden habe. Grant und Barbara kommen dann am Mittwoch für 8 Tage wieder um danach ihre Kreuzfahrt anzutreten. Heute Abend bestellen Michael und ich uns Pizza und sonst liegt wahrscheinlich nicht mehr all zu viel an.
Das war es erstmal von mir und ich melde mich wahrscheinlich morgen oder übermorgen wieder. See you later!