Freitag, 2. Juni 2017

New York

Hallo, alle miteinander. Falls es noch jemand lesen sollte... Den letzten Bericht für New York habe ich schon im Flugzeug nach Porto geschrieben, als es schon wieder zurück nach Europa ging. Ich habe es aber schlichtweg immer wieder vergessen, die Fotos hochzuladen und so bin ich jetzt erst dazu gekommen. Sorry dafür! Also hier nun der letzte Bericht zu meinem Kanada-Trip:
So, meine lieben Leute.
Nun sitze ich grade im Flugzeug von Porto nach Amsterdam und ich dachte mir, dass ich die Zeit ja nutzen könnte, um den letzten Eintrag meines Blogs zu schreiben.
Joseph war so nett, mich am letzten Abend zum Busbahnhof in Toronto zu bringen. Nun hatte ich mal wieder eine 12-stündige Busfahrt vor mir. Die Busfahrt von Banff nach Vancouver war ja schon hart aber die Fahrt nach New York sollte das nochmal übertreffen. Erstmal war der Bus komplett voll, sodass ich keinen Sitz frei hatte neben mir. Zudem war ich grade eingeschlafen, da waren wir auch schon an der amerikanischen Grenze angekommen. Dort muss man dann seinen Reisepass vorzeigen, sagen was man in den USA macht und jedes Gepäckstück wird wie am Flughafen durch einen Metalldetektor gescannt. Das dauert natürlich eine Weile bei einem ganzen Bus voller Menschen. Ich hatte aber das Glück, dass der Border Officer mir sofort geglaubt hat, dass ich nur ein paar Tage New York besuche und dann zurück nach Europa fliege. Ich hatte keine Probleme aber andere Leute aus dem Bus mussten noch Anrufe tätigen um den Officers eine Adresse zu geben, wo sie in der Zeit in den USA leben. Aber wie gesagt, bei mir lief alles glatt.
Um euch nicht zu verwirren muss ich schon mal sagen, dass der Couchsurfer in New York auch Joseph hieß. Ich nenne ihn jetzt aber einfach mal Joe, weil ich ihn auch so genannt habe. Ich hatte einige Verständigungsprobleme mit ihm beim schreiben, sodass ich mir für die erste Nacht ein Hostelzimmer unweit von Manhattan genommen habe. Das war auch ganz gut, weil ich dann nach der anstrengenden Busfahrt erstmal entspannen konnte. Eigentlich hatte ich geplant zu schlafen wenn ich mittags im Hostel ankomme. Allerdings war es ähnlich wie in Toronto: Das Wetter war einfach zu gut, um im Hostel rumzuhängen. Also habe ich mich aufgerafft und bin mit der Bahn in die Stadt gefahren. Jede Fahrt in New York kostet 2,50$, egal wie weit man fährt und man kommt in kürzester Zeit überall hin. Mein erstes Ziel war das Rockefeller Center. Meine liebe Freundin Thea (ich hoffe du liest das hier) gab mir den Tipp, dass man von dort einen Blick über die gesamte Stadt hat. Und da der Wetterbericht leider für die folgenden Tage sehr schlechtes Wetter vorausgesagt hat, dachte ich mir, dass ich das lieber an einem sonnigen Tag mache. Und diesmal war es mir auch 35$ wert. Es ist schließlich New York! Und ich muss sagen: Danke, Thea! Es war das Geld wirklich wert. Ganz oben auf dem Rockefeller Center konnte man auf der einen Seite das Empire State Building perfekt überblicken und auf der anderen Seite den gesamten Central Park. Aber das könnt ihr auch auf den Bildern sehen.  Danach bin ich ganz in den Süden von Manhattan gefahren, um mir die Freiheitsstatue anzugucken. Dort fährt eine Fähre umsonst nach Staten Island. Leider fährt die Fähre nicht direkt daran vorbei aber ich hoffe man kann es ein wenig erkennen auf den Bildern. Die Fähre zur Freiheitsstatue hätte nämlich nochmal ca. 30-40$ gekostet und das war es mir nicht wert, nur um eine Statue anzugucken. Nachdem ich sofort die Fähre zurück genommen habe, bin ich ein wenig den Broadway entlang gelaufen Richtung Upper Manhattan. Allerdings wurde ich irgendwann so müde, dass ich entschied, zurück zum Hostel zu fahren. Und die Nacht habe ich auch tatsächlich ca. 13 Stunden geschlafen. Die Busfahrt in der vorherigen Nacht war einfach zu hart und ich hatte maximal 3 Stunden Schlaf.
Am nächsten Morgen habe ich im Hostel ausgecheckt und den Weg zu Joe angetreten. Der Wetterbericht hatte Recht, die Straßen standen unter Wasser vor Regen. Joe lebt in South Brooklyn, was ca. 40min Fahrt mit der Bahn von Manhattan ist. Aber wie gesagt, jede Fahrt kostet 2,50$ und es war eine durchgehende Fahrt, also gar kein Problem. Zum Glück hat Joe mich auch relativ schnell abgeholt und er hatte einen anderen französischen Couchsurfer dabei, Alex. Irgendwie habe ich echt Glück gehabt mit den Menschen, die ich auf meiner Reise kennengelernt habe, denn Alex ist ein netter Typ und wir waren sofort voll auf einer Wellenlänge. Joe lebt im Keller von dem Haus, das mal seinen Eltern gehört hat und ist eigentlich immer nur dort, wenn er arbeitet. Sonst fährt er nach Pennsylvania, weil er dort eine Ferienwohnung besitzt. Der Keller war nichts besonderes, aber wir hatten alles was wir brauchten. Ich hatte sogar mal wieder mein eigenes Bett und Alex hat auf der Couch geschlafen. Leider hat sich das Wetter den Tag nicht mehr gebessert. Aber wenn Joe etwas kann, dann reden. Es gab nicht eine Minute, in der er nichts gesagt hat. Aber immerhin besser als jemand, der gar nichts sagt. Seine Kellerwohnung liegt in South Brooklyn in einer sehr schönen Wohngegend. Alex und ich wollten aber beide auch die 'Ghetto-Seiten' von Brooklyn sehen. Also hat Joe eine kleine Stadtführung durch die Ghetto Viertel von Brooklyn mit uns gemacht.  Abends waren wir in seinem Lieblingsdiner Burger essen und haben noch ein wenig Fernsehen geschaut, bevor es ins Bett ging.
Morgens haben Alex und ich nicht geschafft, Joe zu wecken, weswegen wir einfach einen Zettel hinterlassen haben und uns auf den Weg Richtung Manhattan gemacht haben. Zuerst haben wir uns das Chrysler Building angeguckt, dann sind wir die berühmte 5th Avenue entlang gelaufen und haben ein paar Läden abgeklappert. Als nächstes stand der Central Park auf der Agenda. Allerdings ist der so riesig, dass wir nur ein wenig davon gesehen haben. Einige Leute sind dort zu Musik mit Rollerblades gefahren und es war überall etwas los. Danach sind wir mit der U-Bahn zum World Trade Center Memorial gefahren. Irgendwie eine echt komische Stimmung dort, wenn man sieht, wo die Twin Tower mal standen. Außerdem haben sie einige originale Stahlträger erhalten. Das stimmt sogar mich traurig, wenn man dort all die Namen sieht, die damals gestorben sind. Aber kommen wir zurück zu den schönen Dingen. Alex und ich hatten Hunger auf Chicken Wings und wollten außerdem den Times Square mal im Dunkeln sehen wegen den ganzen Lichtern. Da muss man echt aufpassen, dass man keinen epileptischen Anfall bekommt, so viel wie da am flackern und leuchten ist. Wir haben uns dort dann eine Bar gesucht und versucht ein Bier zu bestellen. Alex ist 23 und hatte somit kein Problem aber ich hatte total vergessen, dass in den USA Alkohol ja ab 21 ist. Und ich bin 20... Dann halt eine Cola. Aber die Chicken Wings waren sehr lecker. Mittlerweile war es auch schon kurz vor Mitternacht und wir entschieden uns, zurück zu Joe zu fahren. Abschließend kann ich sagen, dass das echt ein mega guter Tag war. Alex ist auch endlich mal ein Franzose, mit dem man sich gut in englisch verständigen kann.
Das war dann auch schon der letzte Tag mit Alex, denn am Sonntag ging sein Flug zurück nach Frankreich. Ich bin gegen Mittag nach North Brooklyn gefahren, weil ich über die Brooklyn Bridge laufen wollte. Zuerst hat es etwas geregnet, aber der Wettergott meinte es gut mit mir und es blieb trocken. Ansonsten haben die Läden alle relativ früh zugemacht, da Sonntag war, weswegen ich zurück zu Joe gefahren bin und wir noch ein letztes Mal ins Diner essen gegangen sind.
Nun kam mein letzter richtiger Tag auf meiner Reise. Im Prinzip habe ich gar nicht mehr so viel gemacht, außer geshoppt, Geschenke gekauft und im Endeffekt auch ein Bisschen zu viel Geld ausgegeben. Aber wann kommt man schon nochmal nach New York.
Den nächsten Tag habe ich nur noch meine Sachen gepackt und bin losgefahren Richtung Flughafen. Natürlich bin ich von dem Flughafen aus geflogen, der am anderen Ende von New York ist. Also musste ich noch ungefähr eine Stunde Bahn fahren. Am Flughafen lief alles gut und nun sitze ich hier im Flugzeug.
So, hier endet also der Bericht, den ich im Flugzeug geschrieben habe. Mittlerweile bin ich natürlich schon wieder in Deutschland und habe mich gut eingelebt. Als Fazit kann ich nur mal wieder sagen, dass es erneut die beste Entscheidung war, ins Ausland zu gehen und ich es jedem nur ans Herz legen kann. Ich hatte so viel Spaß und habe mal wieder unzählige Menschen kennengelernt. Aber ich bin jetzt auch froh wieder zuhause zu sein. Ich hoffe, es liest überhaupt noch jemand, auch wenn es etwas spät war. Oma, ich hoffe ich bekomme noch einen letzten Kommentar :-) Ansonsten vielen Dank fürs mitlesen und ich hoffe es hat euch nicht zu sehr gelangweilt. In diesem Sinne, macht's jut und vielleicht bis zum nächsten Mal!

Blick auf den Central Park und Upper Manhattan

Empire State Building und Lower Manhattan 


Times Square


Die Freiheitsstatue

Central Park

Central Station

Times Square bei Nacht



Brooklyn Bridge


Samstag, 13. Mai 2017

Toronto

Guten Tag an meine lieben Leser!
Tatsächlich sitze ich grade in Porto am Flughafen und warte auf meinen Anschlussflug nach Amsterdam.
Leider war ich die letzten Wochen nicht in der Verfassung einen neuen Eintrag zu schreiben oder ich hatte keine gute Internet-Verbindung.
Ich fange einfach mal beim ersten Tag in Toronto an. Der Flug von Vancouver aus war relativ entspannt und nicht wirklich erwähnenswert. Als ich ankam, habe ich mich sofort auf den Weg Richtung Hostel gemacht und hatte das Glück, dass ich sehr früh morgens schon einchecken konnte. Die ersten Stunden habe ich nur geschlafen, da der Flug über Nacht war und ich sehr kaputt war.  Da aber so gutes Wetter war, habe ich mich gegen Mittag aufgerafft und bin in die Stadt gegangen. Erstmal war ich überwältigt, weil es mir wirklich vorkam, als würde ich durch New York laufen. Die riesen Leuchtreklamen und alles erinnern sehr an die Filme aus den USA. Zuerst habe ich mir den Kensington Market angeguckt, wo kleine Gassen sind mit vielen Bars und Geschäften. Danach habe ich mir die Graffiti Alley angeguckt, die eins der Highlights Torontos war. Eine ganze Gasse, in der erlaubt ist, alles vollzusprühen. Und das war wirklich Kunst. Auf dem Weg zurück zum Hostel habe ich noch einen Filmdreh hautnah miterlebt, in dem Polizeiautos aus New York benutzt wurden. Es wurde also in Toronto gedreht aber sollte aussehen wie New York. Es ist wohl sehr beliebt, Filme in Vancouver und Toronto zu drehen und es aussehen zu lassen als wäre es eine amerikanische Stadt. Warum auch immer.
Am nächsten Morgen habe ich sofort die erste Fähre nach Centre Island genommen. Eine Insel, die direkt vor Toronto liegt und ein Must-See sein sollte wenn man in Toronto ist. Es war strahlender Sonnenschein, die Fähre hat für Hin- und Rückfahrt zusammen nur 7$ gekostet, also perfekt für einen Trip auf die Insel. Und von dort hatte man wirklich einen super Blick auf die Skyline Torontos. Außerdem ist dort ein kleiner Vergnügungspark, der allerdings nur im Sommer geöffnet ist. Centre Island ist eigentlich sehr groß aber ich war in der Laune rumzulaufen und war locker 3 Stunden unterwegs und hab einfach nur die Insel erkundet. Dort gibt es sehr schöne Strände und im Sommer muss es dort echt ein Paradies sein. Nachdem ich die Fähre zurück genommen habe, hab ich mir noch den kleinen künstlich angelegten Strand am Ufer Torontos angeguckt, der bei dem Wetter auch sehr gut besucht war. Außerdem habe ich mir das Rogers Centre und das Air Canada Centre von außen angeguckt, die Spielstädten der Sportmannschaften Torontos. Normalerweise wollte ich auch auf den CN-Tower, da dies bis vor ein paar Jahren der größte Turm auf der Welt war. Aber da ich alleine unterwegs war und es 35$ gekostet hat, nur um da hochzufahren und ein paar Fotos zu schießen, war es mir das nicht wert. In Sydney war ich ja 2015 schon auf dem Tower und das fand ich auch nicht sonderlich atemberaubend. Also saß ich den Rest des Tages in einem Cafe und habe die vorbeilaufenden Leute beobachtet. Ich war aber auch sehr geschafft von der langen Wanderung über die Insel.
Nun kommt leider der negative Teil des Toronto-Trips. Den nächsten Morgen hatte ich sehr starken Husten, weswegen ich mich entschied, mich im Hostel auszuruhen, damit ich die restlichen Tage fit bin. Das war sehr schade, weil ich einen netten Italiener auf dem Zimmer hatte, mit dem ich gerne mehr unternommen hätte. Aber am nächsten Tag habe ich mich ja sowieso mit Joseph in Mississauga (ca. 30min von Toronto) getroffen zum Couchsurfing.
Leider wurde die Erkältung eher schlimmer aber ich habe mich trotzdem aufgerafft zum Bus zu laufen und nach Mississauga zu fahren, Joseph war zum Glück auch direkt vor Ort und hat mich zu seinem Apartment gebracht, weil er direkt danach wieder arbeiten musste. Sein Apartment war sehr stilvoll eingerichtet. Dazu hatte er einen Balkon mit Ausblick auf ganz Mississauga und dazu hatte ich noch ein eigenes Zimmer mit einem riesigen Bett, was perfekt war, um meine Erkältung auszukurieren. Ich muss dazu sagen, dass Mississauga zwar quasi ein Vorort von Toronto ist, trotzdem aber eine der fünf größten Städte Kanadas. Das könnt ihr aber auch auf den Bildern erkennen. Ich war einfach nur glücklich dass Joseph mich aufgenommen hat, denn ich bekam Fieber und als ich zum Shopping Centre gehen wollte, das nur 10min entfernt ist, habe ich fast einen Kreislaufzusammenbruch bekommen. Joseph hat mir aber sogar Medikamente gekauft und selber Tee gemacht, sodass ich in guten Händen war. Außerdem hatte er einen Whirlpool unten in dem (sehr luxoriösen) Wohnblock.
Zum Glück war nach zwei Tagen das gröbste der Erkältung überstanden, sodass wir samstags, als Joseph nicht arbeiten musste, zu den Niagara Fällen gefahren sind. Die sind einfach nur unfassbar beeindruckend, weil ich sie gar nicht sooooo groß erwartet hatte. Aber mehr als ein paar nette Fotos haben wir dort auch nicht gemacht. Danach ging es allerdings noch ins Casino. Im Endeffekt habe ich nur 5$ verspielt, es lief also nicht so schlecht. Joseph ist mit 60$ reingegangen und mit 0$ wieder raus. Für mich lief es also deutlich besser, hehe. Abends wollte Joseph unbedingt mit mir einen trinken. Also hat er Bier gekauft und er hatte noch Rum zuhause. Was soll ich sagen? Am Ende des Abends war ich betrunken. Ich muss dazu sagen, dass Joseph mir ALLES bezahlt hat und jeden Abend sehr leckeres Essen gekocht hat. Er ist wohl ein sehr erfolgreicher Manager in einer Firma, die international alle Arten von Stühlen verkauft.
Am Sonntag, also Josephs letztem freien Tag, haben wir Nikita besucht. Wahrscheinlich schreibe ich den Namen falsch, da er Ukrainer ist, aber zumindest ist das Josephs bester Freund. Wir haben zusammen gegessen und ein wenig gequatscht, weil Nikita am nächsten Tag in die Ukraine geflogen ist, um Urlaub zu machen. Die letzten Jahre hat er in Toronto studiert und mit einem anderen Ukrainer zusammengelebt. Beides auch sehr nette Leute, mit denen man gut Zeit verbringen konnte.
Über die letzten Tage bei Joey lässt sich gar nicht viel erzählen. Eigentlich wollte ich nochmal nach Toronto fahren aber Montag und Dienstag hat es so dermaßen geregnet, dass es nicht mal möglich war, zwei Meter zu gehen, ohne komplett nass zu werden. Und am letzten Tag, als strahlender Sonnenschein war, ging abends mein Bus nach New York. Aber bis auf die Erkältung hatte ich eine sehr schöne Zeit in Toronto und Mississauga und ich hätte keinen gastfreundlicheren Couchsurfer finden können als Joey. Und nun ging es nach New York, die Stadt, die ich schon immer sehen wollte!

Künstlich angelegter Strand direkt am Ufer Torontos


Die Graffiti Alley


Blick auf die Skyline von Centre Island aus



Die letzten drei Bilder sind alle von Centre Island

Heimstädte der Toronto Raptors


Ausblick von Josephs Balkon auf Mississauga Nr. 1

Und Nr. 2

Die Niagara Fälle

Ich war wirklich auch da

Montag, 1. Mai 2017

Vancouver Part 2

Guten Morgen, Leute!
Ich habe mal wieder die Zeit gefunden, um einen neuen Blogeintrag zu verfassen. Heute geht es um meinen zweiten Vancouver-Aufenthalt, der diesmal 9 Tage lang war.
So, wo war ich stehen geblieben? Ich bin bei Nils eingezogen und in der Wohnung haben nur Deutsche gewohnt. Ich habe dort für 15 Dollar die Nacht für 3 Nächte auf der Couch geschlafen, was im Endeffekt auch vollkommen gereicht hat. Die Bewohner hatten einige Probleme miteinander und außerdem war das Sofa sehr ungemütlich. Aber um die Tage bis zu meinem Hostel-Aufenthalt zu überbrücken hat es vollkommen gereicht. Wir waren mit Oliver, dem Vermieter, Basketball spielen und ich war das ein oder andere mal mit Nils in Downtown.
Am 15.04. bin ich dann dort wieder ausgezogen und habe für eine Woche im Hostel eingecheckt. Abends habe ich mich mit Nils und Jan (ebenfalls aus der Wohnung) noch im Queen Elizabeth Park getroffen, da dort eine Lichtshow veranstaltet wurde, bei denen die Bäume in unterschiedlichsten Farben angestrahlt wurden. Das war auch das letzte Mal, dass ich Nils gesehen habe. Wir haben uns ganz gut verstanden, aber so richtig gute Freunde sind wir nicht wirklich geworden.
Ich habe mich am selben Tag für die Hostel-Aktivität zum Lynn Canyon Park am nächsten Tag eingetragen, da es nur 8$ für den Bus gekostet hat und mir jeder gesagt hat, dass ich dort unbedingt hin solle. Und es hat sich wirklich total gelohnt. Wir hatten immerhin trockenes Wetter, was in diesen Tagen in Vancouver eine Seltenheit ist. Und der Park hat sehr viel schöne Natur zu bieten. Ganz abgesehen von der bekannten Lynn Canyon Bridge. Aber da kann ich auch wieder viel erzählen, die Bilder sind viel schöner. Also guckt selbst. Die Tour war außerdem gut besucht und unser Tourleiter war sehr nett und lustig, weswegen es nie langweilig wurde.
Im Prinzip sind die weiteren Tage nicht sonderlich spektakulär zu erzählen. Versteht mich nicht falsch, ich hatte riesen Spaß in dieser Woche im Hostel aber am meisten hat sich auch wirklich im Hostel abgespielt. Die meiste Zeit habe ich mit Marc (natürlich deutsch) und dem Schweden Tommy verbracht. Ich mochte die beiden echt gerne und wir haben abends zusammen in der Hostel Bar gesessen oder einfach ein paar Bierchen im Aufenthaltsraum getrunken. Außerdem habe ich morgens meist die Champions League-Spiele geguckt, bei denen sich auch immer relativ schnell ein paar Leute um mein Laptop versammelt haben, um mitzugucken. Als einen Tag mal wieder richtig gutes Wetter war, bin ich nach Gastown gewandert. Ein wenig außerhalb von Downtown ist Gastown ein wenig älter gestaltet. Dort gibt es viele Bars, Cafes und Boutiquen. Definitiv eine der schönsten Ecken, um etwas trinken zu gehen in Vancouver.
Als es am nächsten Tag wieder nur geregnet hat, haben Tommy und ich beschlossen, Bier zu kaufen und es uns im Aufenthaltsraum bequem zu machen. Marc hat im Hostel gearbeitet und hatte unter der Woche immer erst gegen 17 Uhr Feierabend. Nach kurzer Zeit hat sich Juan aus New York zu uns gesellt. Auch ein super Typ, der mir außerdem ein paar Tipps für meine Tage in New York geben konnte. So saßen wir bis abends zusammen und die Runde wurde immer größer. Das Prozedere hat sich in den folgenden Tagen noch ein paar Mal wiederholt. Ich weiß nicht ob ich es erwähnt habe, aber die Nation, die am meisten vertreten war im Hostel, außer Deutschland, war: Australien. Ob ihr glaubt oder nicht, gefühlt bestand das Hostel nur aus Deutschen und Australiern. Am nächsten Tag war mal wieder sehr schönes Wetter, weswegen Kristian (ebenfalls deutsch), Tommy, eine Holländerin, ein Engländer und ich Richtung Stanley Park gewandert sind um die Totempfähle der Indianer anzugucken. Irgendwie hat der Engländer, der eigentlich meinte, er wisse wo die sind, ein wenig die Orientierung verloren, dass wir irgendwann viel zu weit weg waren davon und schon unendlich viel gelaufen sind. Also haben wir beschlossen, die Totempfähle ausfallen zu lassen und stattdessen zu einem Festival am Strand zu gehen, das umsonst war. Wir hatten echt Glück mit dem Wetter, weswegen wir dort bis abends geblieben sind.
Da ich jetzt nur noch zwei Tage über hatte in Vancouver, wollte ich nochmal etwas sehen. Wieder war strahlender Sonnenschein, also bin ich morgens sofort los Richtung False Creek. Unterhalb von Downtown, sollte dort ein schöner Park sein, von dem man einen guten Blick auf die Skyline Vancouvers hat. Und das stimmt! Tommy hat einige gute Bilder von mir geschossen, die mehr oder weniger spontan entstanden sind. Weil das Wetter am Nachmittag zu warm und sonnig war um im Hostel rumzugammeln, haben Marc, Tommy und ich uns ein paar Bier geschnappt und sind in einen Park gegangen. Wir haben Musik gehört, ein bis zwei Bier gezischt und das Leben genossen. Auf jeden Fall einer der besten Tage in Vancouver! Ich war übrigens nicht einmal in einer Disco oder ähnliches. Wenn ich abends gesehen habe, was vor dem Hostel abging, hat mir das schon gereicht. Außerdem habe ich immer wieder gehört, dass es sehr teuer sein soll, in Vancouver feiern zu gehen.
An meinem letzten Tag kam der Schweizer, mit dem ich bei 'Vancouver Part 1' schon für eine Nacht auf einem Zimmer war, wieder nach Vancouver und hat mich gefragt, ob wir in 'Fly Over Canada' gehen wollen. Das ist ein 4D-Kino, in dem ein Flug über Kanada simuliert wird und man wirklich das Gefühl kriegt, als würde man vorne in diesem Flugzeug sitzen. 4D bedeutet, dass man auch Wind, Wasser usw. abbekommen hat. Das Geld hat sich auf jeden fall gelohnt, weil es sehr realistisch gemacht war. Ein ganz lustiger Zufall war, dass ich am Abend nach Toronto fliegen sollte und das quasi dann mein zweiter Flug über Kanada an dem Tag war.
Das war es auch schon größtenteils von Vancouver. Abends habe ich mich von allen Leuten im Hostel verabschiedet, mit denen ich zutun hatte und dann ging es los Richtung Toronto. Ehrlich gesagt hatte ich vorher gedacht, ich hätte ein wenig mehr zu erzählen, aber als ich meine Notizen eben mal durchgegangen bin, war es dann plötzlich gar nicht mehr so viel. Aber trotzdem hatte ich die Woche extrem viel Spaß, hab neue Freunde kennengelernt und kann sagen, dass Vancouver echt eine verdammt geile Stadt ist! So viel erst mal von mir, ich hoffe euch geht es gut. Und ansonsten bin ich ja bald wieder da, spätestens dann geht es euch wieder gut. Hehe. Bis dahin!

Die Lynn Canyon Bridge


Meine Wandergruppe





Lichtshow im Queen Elizabeth Park


Blick vom Queen Elizabeth Park auf die Stadt

Vancouver bei Nacht

Gastown

Die berühmte Dampfuhr in Gastown

False Creek


Dienstag, 25. April 2017

Tofino

Guten Abend aus Toronto!
Ja, ich bin mittlerweile seit zwei Tagen in Toronto und es gibt noch soooo viel zu erzählen, besonders von Vancouver. Aber zu erst kommen wir natürlich zu Tofino. Vorab sei gesagt: Tofino ist eine kleine Stadt auf Vancouver Island. Vielleicht habe ich es auch schon erwähnt.
David hat mich am Morgen netterweise zur Fähre gebracht, mit der ich auf Vancouver Island transportiert werden sollte. Da die Fähre schon um 6:30 Uhr ging, konnte ich den Sonnenaufgang in Kanada auch mal miterleben. Ich hatte mir im vornherein schon eine Mitfahrgelegenheit von Nanaimo nach Tofino gesucht. Die Fahrt ist nämlich circa vier Stunden und der Bus ist sehr teuer. Also habe ich über eine Facebook Gruppe eine Engländerin namens Claire angeschrieben, die in Nanaimo arbeitet und in Tofino wohnt. Mit uns im Auto saßen ein Russe, eine Spanierin und eine Japanerin, die alle sehr nett waren. Über Claire lässt sich nur sagen, dass ich wahrscheinlich keinen netteren Menschen treffen konnte. Ich saß vorne, weswegen wir fast die ganze Zeit gequatscht haben. Außerdem hat sie uns in Tofino ein paar Insider-Tipps gegeben. Sie hat uns auch gesagt, dass Tofino ca. 300 Regentage im Jahr hat. Als ich ankam, war es allerdings relativ sonnig und ich bin positiv an die Sache rangegangen. Vorher hatte ich mir für den dritten Tag schon eine Whalewatching Tour gebucht, weil für den Tag das beste Wetter vorhergesagt war. Das Hostel lag direkt am See und ich hatte ein 5-Bett-Zimmer die erste Nacht für mich alleine. Tofino scheint nicht so beliebt zu sein zu dieser Jahreszeit. Abends habe ich mir nur noch einen Lachsburger bei Big Daddy's Fish Fry gegönnt und bin relativ zeitig schlafen gegangen.
Am nächsten Tag wollte ich schon früh los und das Wetter konnte nicht besser sein. Einzig ein paar Wolken am Himmel. Ich hatte vor, erst mal loszulaufen Richtung MacKenzie Beach und Chesterman Beach und dann per Anhalter weiterzufahren zum Long Beach. Claire hatte mir gesagt, dass das sehr beliebt sei auf Vancouver Island und generell in Kanada. Als ich am MacKenzie Beach angekommen war, hatte es sich schon zugezogen. Trotzdem war ich immer noch positiv und war mir sicher, dass es nicht regnet wenn ich in Tofino bin. Das hatte sich nach einigen Minuten allerdings schon erledigt. Am ersten Strand angekommen, fing es langsam an zu regnen. Trotzdem wollte ich mich vom Regen nicht von meiner Beach-Tour abbringen lassen. Da es nur am nieseln war, bin ich einfach weiter Richtung Chesterman Beach gelaufen. Und dann fing es richtig an! Als ob sich die Wolken innerhalb von wenigen Minuten komplett entladen würden, kam ein sehr krasser Platzregen runter. Aber egal, das wird schon aufhören in den nächsten Minuten. Denkste! Ich war zwar schon komplett nass, aber hab mich dann doch für 20min untergestellt. Als es nicht mal ein bisschen besser wurden, beschloss ich, die Tour an dieser Stelle abzubrechen. Was soll ich am Long Beach, wenn es am schütten ist?! Ich kann weder schöne Bilder machen, noch den Beach entlang laufen. Und zu aller erst müsste ich ja auch jemand finden, der mich bis dahin mitnimmt. Das klang alles nicht besonders gut für mich, aber zurückzugehen war auch keine Option, obwohl ich schon komplett nass war. Also versuchte ich mich per Anhalter in die andere Richtung zurück nach Tofino. Die ersten fünf oder sechs Autos haben mich ignoriert, was wirklich kein schönes Gefühl ist. Nach einigen Minuten wollte ich schon wieder aufgeben, als ein alter VW-Bus um die Ecke kam. Da schossen mir Grants Worte sofort wieder in den Kopf: ''Wenn du in Kanada einen alten VW-Bus fährst, ist es eine ungeschriebene Regel, dass du jeden Anhalter mitnehmen musst, den du siehst''. Und tatsächlich! Ein sehr nettes Pärchen aus Toronto bremste sofort ab, als sie mich sahen. Vielleicht auch ein wenig aus Mitleid, weil ich so nass war. Das war also meine erste Erfahrung per Anhalter mitzufahren. Obwohl ich um circa 13 Uhr schon wieder in Tofino zurück war, ist das so gut wie alles, was ich über den Tag sagen kann. Es hat den ganzen Tag nicht mehr aufgehört zu regnen. Aber meiner Laune hat das keinen Abbruch getan, da ja am nächsten Tag Whalewatching anstand!
Und den nächsten Morgen hätte wirklich kein besseres Wetter sein können. (Diesmal wirklich!) Genau wie es angekündigt war, war keine einzige Wolke am Himmel. Also habe ich mich mit bester Laune aufgemacht zu Adventure Tofino. Die einzigen anderen auf dem Boot mit mir war ein deutsches Pärchen. Natürlich war der Tourguide auch ein Deutscher, der seit 30 Jahren in Tofino lebt. Also gabs die ganze Tour auf deutsch. Man ist halt nirgends sicher vor den Deutschen. Aber sowohl der Tourguide als auch das Pärchen waren mal wieder super nett. Über die Whalewatching Tour lässt sich sagen: Defintiv eine der besten Aktivitäten, die ich in meinem Leben miterleben durfte. An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an Jan, der mir das als vorgezogenes Geburtstagsgeschenk geschenkt hat. Das Geld hat sich definitiv gelohnt! Ich konnte sechs Grauwale sehen, zig Seelöwen und Seehunde, zwei Otter und sogar zwei Delfine. Und dazu hat es noch mega Spaß gemacht, mit dem Speedboat über das Wasser zu brettern. Ich hab außerdem richtig gute Videos davon gemacht, die ich hier leider nicht hochladen kann. Die kann ich euch aber gerne zeigen, wenn ich wieder zurück bin. Mit den beiden Deutschen bin ich danach noch etwas essen gewesen, mal wieder bei Big Daddy's. Am Nachmittag hab ich im Hostel Merte kennengelernt. Natürlich eine Deutsche. Das ganze Hostel war mal wieder voll mit Deutschen. Mit ihr habe ich an dem Tag den Tonquin Trail direkt in Tofino gemacht. Ein ganz neu angelegter Wanderweg zum Tonquin Beach. Abends konnte man vom Hostel aus den Sonnenuntergang perfekt sehen. Dort habe ich Sascha kennengelernt. Ratet mal, wo der herkam...
Leider habe ich für die Rückfahrt nach Vancouver am nächsten Tag keine Mitfahrgelegenheit gefunden. Also musste ich wohl oder übel den Bus nehmen bis nach Nanaimo. Allerdings hatte ich im vornherein mit Nils aus meinem Hostelzimmer in Vancouver schon ausgemacht, dass ich ein paar Nächte bei ihm auf dem Sofa schlafen kann, bevor ich wieder ins Hostel gehe. Das hat auch gut geklappt und gegen Abend bin ich dort eingetroffen. Natürlich haben dort nur drei Deutsche gewohnt. Unfassbar...
Aber so viel erst mal zu Tofino. Ich hoffe ich finde die nächsten Tage ein wenig mehr Zeit, um über Vancouver part 2 zu schreiben.
Bis dahin erstmal!
Sonnenaufgang auf der Fähre




Das Hostel


Ein Museum der indianischen Kunst


Da fing es langsam an, sich zuzuziehen




Erkennt man leider schlecht, aber das sind Seelöwen







Nicht bearbeitet!