Dienstag, 25. April 2017

Tofino

Guten Abend aus Toronto!
Ja, ich bin mittlerweile seit zwei Tagen in Toronto und es gibt noch soooo viel zu erzählen, besonders von Vancouver. Aber zu erst kommen wir natürlich zu Tofino. Vorab sei gesagt: Tofino ist eine kleine Stadt auf Vancouver Island. Vielleicht habe ich es auch schon erwähnt.
David hat mich am Morgen netterweise zur Fähre gebracht, mit der ich auf Vancouver Island transportiert werden sollte. Da die Fähre schon um 6:30 Uhr ging, konnte ich den Sonnenaufgang in Kanada auch mal miterleben. Ich hatte mir im vornherein schon eine Mitfahrgelegenheit von Nanaimo nach Tofino gesucht. Die Fahrt ist nämlich circa vier Stunden und der Bus ist sehr teuer. Also habe ich über eine Facebook Gruppe eine Engländerin namens Claire angeschrieben, die in Nanaimo arbeitet und in Tofino wohnt. Mit uns im Auto saßen ein Russe, eine Spanierin und eine Japanerin, die alle sehr nett waren. Über Claire lässt sich nur sagen, dass ich wahrscheinlich keinen netteren Menschen treffen konnte. Ich saß vorne, weswegen wir fast die ganze Zeit gequatscht haben. Außerdem hat sie uns in Tofino ein paar Insider-Tipps gegeben. Sie hat uns auch gesagt, dass Tofino ca. 300 Regentage im Jahr hat. Als ich ankam, war es allerdings relativ sonnig und ich bin positiv an die Sache rangegangen. Vorher hatte ich mir für den dritten Tag schon eine Whalewatching Tour gebucht, weil für den Tag das beste Wetter vorhergesagt war. Das Hostel lag direkt am See und ich hatte ein 5-Bett-Zimmer die erste Nacht für mich alleine. Tofino scheint nicht so beliebt zu sein zu dieser Jahreszeit. Abends habe ich mir nur noch einen Lachsburger bei Big Daddy's Fish Fry gegönnt und bin relativ zeitig schlafen gegangen.
Am nächsten Tag wollte ich schon früh los und das Wetter konnte nicht besser sein. Einzig ein paar Wolken am Himmel. Ich hatte vor, erst mal loszulaufen Richtung MacKenzie Beach und Chesterman Beach und dann per Anhalter weiterzufahren zum Long Beach. Claire hatte mir gesagt, dass das sehr beliebt sei auf Vancouver Island und generell in Kanada. Als ich am MacKenzie Beach angekommen war, hatte es sich schon zugezogen. Trotzdem war ich immer noch positiv und war mir sicher, dass es nicht regnet wenn ich in Tofino bin. Das hatte sich nach einigen Minuten allerdings schon erledigt. Am ersten Strand angekommen, fing es langsam an zu regnen. Trotzdem wollte ich mich vom Regen nicht von meiner Beach-Tour abbringen lassen. Da es nur am nieseln war, bin ich einfach weiter Richtung Chesterman Beach gelaufen. Und dann fing es richtig an! Als ob sich die Wolken innerhalb von wenigen Minuten komplett entladen würden, kam ein sehr krasser Platzregen runter. Aber egal, das wird schon aufhören in den nächsten Minuten. Denkste! Ich war zwar schon komplett nass, aber hab mich dann doch für 20min untergestellt. Als es nicht mal ein bisschen besser wurden, beschloss ich, die Tour an dieser Stelle abzubrechen. Was soll ich am Long Beach, wenn es am schütten ist?! Ich kann weder schöne Bilder machen, noch den Beach entlang laufen. Und zu aller erst müsste ich ja auch jemand finden, der mich bis dahin mitnimmt. Das klang alles nicht besonders gut für mich, aber zurückzugehen war auch keine Option, obwohl ich schon komplett nass war. Also versuchte ich mich per Anhalter in die andere Richtung zurück nach Tofino. Die ersten fünf oder sechs Autos haben mich ignoriert, was wirklich kein schönes Gefühl ist. Nach einigen Minuten wollte ich schon wieder aufgeben, als ein alter VW-Bus um die Ecke kam. Da schossen mir Grants Worte sofort wieder in den Kopf: ''Wenn du in Kanada einen alten VW-Bus fährst, ist es eine ungeschriebene Regel, dass du jeden Anhalter mitnehmen musst, den du siehst''. Und tatsächlich! Ein sehr nettes Pärchen aus Toronto bremste sofort ab, als sie mich sahen. Vielleicht auch ein wenig aus Mitleid, weil ich so nass war. Das war also meine erste Erfahrung per Anhalter mitzufahren. Obwohl ich um circa 13 Uhr schon wieder in Tofino zurück war, ist das so gut wie alles, was ich über den Tag sagen kann. Es hat den ganzen Tag nicht mehr aufgehört zu regnen. Aber meiner Laune hat das keinen Abbruch getan, da ja am nächsten Tag Whalewatching anstand!
Und den nächsten Morgen hätte wirklich kein besseres Wetter sein können. (Diesmal wirklich!) Genau wie es angekündigt war, war keine einzige Wolke am Himmel. Also habe ich mich mit bester Laune aufgemacht zu Adventure Tofino. Die einzigen anderen auf dem Boot mit mir war ein deutsches Pärchen. Natürlich war der Tourguide auch ein Deutscher, der seit 30 Jahren in Tofino lebt. Also gabs die ganze Tour auf deutsch. Man ist halt nirgends sicher vor den Deutschen. Aber sowohl der Tourguide als auch das Pärchen waren mal wieder super nett. Über die Whalewatching Tour lässt sich sagen: Defintiv eine der besten Aktivitäten, die ich in meinem Leben miterleben durfte. An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an Jan, der mir das als vorgezogenes Geburtstagsgeschenk geschenkt hat. Das Geld hat sich definitiv gelohnt! Ich konnte sechs Grauwale sehen, zig Seelöwen und Seehunde, zwei Otter und sogar zwei Delfine. Und dazu hat es noch mega Spaß gemacht, mit dem Speedboat über das Wasser zu brettern. Ich hab außerdem richtig gute Videos davon gemacht, die ich hier leider nicht hochladen kann. Die kann ich euch aber gerne zeigen, wenn ich wieder zurück bin. Mit den beiden Deutschen bin ich danach noch etwas essen gewesen, mal wieder bei Big Daddy's. Am Nachmittag hab ich im Hostel Merte kennengelernt. Natürlich eine Deutsche. Das ganze Hostel war mal wieder voll mit Deutschen. Mit ihr habe ich an dem Tag den Tonquin Trail direkt in Tofino gemacht. Ein ganz neu angelegter Wanderweg zum Tonquin Beach. Abends konnte man vom Hostel aus den Sonnenuntergang perfekt sehen. Dort habe ich Sascha kennengelernt. Ratet mal, wo der herkam...
Leider habe ich für die Rückfahrt nach Vancouver am nächsten Tag keine Mitfahrgelegenheit gefunden. Also musste ich wohl oder übel den Bus nehmen bis nach Nanaimo. Allerdings hatte ich im vornherein mit Nils aus meinem Hostelzimmer in Vancouver schon ausgemacht, dass ich ein paar Nächte bei ihm auf dem Sofa schlafen kann, bevor ich wieder ins Hostel gehe. Das hat auch gut geklappt und gegen Abend bin ich dort eingetroffen. Natürlich haben dort nur drei Deutsche gewohnt. Unfassbar...
Aber so viel erst mal zu Tofino. Ich hoffe ich finde die nächsten Tage ein wenig mehr Zeit, um über Vancouver part 2 zu schreiben.
Bis dahin erstmal!
Sonnenaufgang auf der Fähre




Das Hostel


Ein Museum der indianischen Kunst


Da fing es langsam an, sich zuzuziehen




Erkennt man leider schlecht, aber das sind Seelöwen







Nicht bearbeitet!

4 Kommentare:

  1. Wunderschöne Bilder von wunderschönen Wassern. Das Bild
    von Dir nach dem Regen war bestimmt nicht so schön, ich
    hatte richtiges Mitleid, aber nach deinem lockerem Bericht scheinst Du es gut überstanden zu haben.

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    1. Das ist schön, dass dir die Berichte und Fotos gefallen, Oma. Ich freu mich jedes Mal sehr über deine Kommentare!
      Ich habe alles gut überstanden, keine Sorge.

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  2. Ich finde es echt cool, wie und was Du da so alles organisierst. Deine Storys sind echt witzig und interessant geschrieben und die Bilder machen einfach nur neidisch ;-)
    Weiter so!

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  3. Wie immer kann ich Deinem Vater zustimmen. Aber ich freue mich auch, dass ich Dich bald wiedersehe.

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