Servus, Freunde, Familie und Unbekannte!
Lang lang ist's her, als ich das letzte Mal einen Blogeintrag verfasst habe. Ich will euch auch gar keine Ausreden auftischen, dass ich keine Zeit gehabt hätte oder Ähnliches, das nimmt mir ja sowieso niemand ab. Der Grund dafür ist eigentlich recht simpel. Ich habe nichts erlebt. Wobei das auch ein bisschen hart ausgedrückt ist. Ich fange einfach mal von vorne an. Und eins kann ich schon mal vorwegnehmen: Heute gibt es viele schöne Fotos. Aber nicht runter scrollen! Erst lesen, dann gucken!
Die Tage, nachdem Grant und Barbara ihre Reise angetreten sind, fasse ich einfach mal ein wenig für euch zusammen. Wie gesagt, ich hätte auch jeden Tag schreiben können, wie lange ich mit dem Hund draußen war, wie das Wetter ist und ein Foto von meinem Abendessen posten können. Aber ich denke nicht, dass das irgendjemand lesen möchte. Wenn doch, möge derjenige sich doch bitte persönlich bei mir melden. Wobei es eine unschöne Sache zu erwähnen gibt von den ersten Tagen. Als Mike nach 2 Tagen vorbeikam, hat Ecko sich ganz komisch benommen. Sie hat sich nicht gefreut, lag nur herum, hat nichts gefressen und gezittert. Ich hatte schon Angst, dass ich irgendwas falsch gemacht haben könnte. Mike hat mich auch schon die ganze Zeit gefragt und darauf gedrängt, dass ich ehrlich sein soll. Ecko ist schließlich schon ziemlich alt und krank und da kann sich alles ziemlich negativ auf einen Hund auswirken. Nachdem es morgens immer noch nicht besser geworden ist, ist Mike mit ihr zum Tierarzt gefahren. Fünf Stunden war er dort! Fünf Stunden, in denen ich mir überlegt habe, wie man Grant und Barb am besten erklärt, dass ihr Hund während ihres Urlaubs gestorben ist. Na gut, so schlimm war es vielleicht nicht, aber man überlegt sich ja die schlimmsten Theorien. Der Tierarzt wusste auch nichts mit ihr anzufangen und hat ihr zur Sicherheit erst mal ein paar Schmerztabletten gegeben. Kann ja nie schaden. Den Tag hat sie sich noch etwas komisch benommen, aber ab da wurde es von Tag zu Tag besser. Zwei Tage später hat sie sich schon wieder benommen wie immer. Ich denke, dass sie die ersten Tage einfach Grant sehr vermisst hat. Schmerztabletten gegen den Herzschmerz also..
Ansonsten habe ich mir einige echt leckere Gerichte gezaubert, was mir wahrscheinlich sowieso niemand glauben wird. Mama, mach dich auf was gefasst, wenn ich wiederkomme. Mike hat mir in den Tagen noch die wichtigsten Sachen in Sicamous gezeigt. Den Hundepark, eine holländische Farm, die selbst gemachtes Eis verkauft, eine Snowmobil-Strecke und andere kleinere Sehenswürdigkeiten. Nichts Atemberaubendes, aber schon ganz interessant. Außerdem habe ich es nun endlich geschafft, ein Foto vom Haus zu machen.
Die Tage sind dann so vor sich hingeplätschert, ohne wirklich nennenswerter Geschichten. Zum Glück hat es irgendwann aufgehört zu schneien und mittlerweile ist der Schnee auch größtenteils weggetaut. Da fällt mir auf, dass das eine ganz gute Überleitung zur nächsten Story ist. Mike hat mir letzten Donnerstag erzählt, dass er mit mir tuben gehen möchte. Wem ich das bis jetzt noch nicht erzählt habe, sollte gesagt sein: Es ist nicht schlimm, wenn ihr keine Ahnung habt, was das ist. Hatte ich nämlich vorher auch nicht. Mike hat mir dann erzählt, dass man dort auf aufgeblasenen Reifen eine Skipiste runterrutscht. Ja, das klingt in der Tat erst mal gefährlich. Aber natürlich habe ich 'ja' gesagt und am nächsten Tag haben wir uns auf den Weg Richtung Vernon gemacht, wo diese Piste sein sollte. Allerdings lag an dem Tag schon kein Schnee mehr und es hat sehr stark geregnet, weswegen ich nicht verstanden habe, wieso wir überhaupt den 1-stündigen Weg für nichts auf uns nehmen. Aber es hat sich dann herausgestellt, dass wir ganz oben auf den Berg zum Silverstar Mountain Resort fahren. Ein kleines Dorf, das noch komplett zugeschneit ist, wie im tiefsten Winter. Jedes Haus hat dort eine andere Farbe, was wohl auch sowas wie das Markenzeichen davon ist. Eigentlich hätte ich Fotos machen müssen, aber es war so stark am schneien, dass man nichts erkannt hat. Am Resort angekommen, habe ich die ganze Sache auch nun endlich verstanden. Es gibt vier Bahnen und man fährt wie mit einem Skilift nach oben. Eine echt coole Sache, die mega Spaß macht. Nur ist es leider auch sehr teuer. Mike hat mir vorher geraten, meine Wertsachen im Auto zu lassen. Im Nachhinein wäre es echt cool gewesen, die GoPro mitzunehmen, aber ich habe einfach mal ein Bild von Google stibitzt, damit ihr euch das besser vorstellen könnt. Natürlich gab es danach noch einen Burger und dann ging es schon wieder zurück nach Sicamous. Alles in Allem hat es richtig Spaß gemacht. Leider sind wir jeder nur zwei mal gefahren, da es 6 Dollar pro Fahrt (!!!) gekostet hat.
Auf diese echt nette Abwechslung folgte dann wieder der Alltag hier. Auf Serien habe ich mittlerweile keine Lust mehr und auf YouTube müsste ich bald jedes Video gesehen haben. Aber gestern kam Mike wieder vorbei und meinte, er würde mich heute mit auf einen Roadtrip nehmen. Erst war ich ein wenig skeptisch, weil man nie so richtig weiß, was Mike mit einem vor hat. Er hat nur gesagt, es wäre eine Überraschung und ich solle meine Kamera mitnehmen. Aber im Endeffekt kann ich sagen, dass heute mit Abstand der coolste Tag hier war. Und weil es ja in Deutschland auch schon mitten in der Nacht ist, hat noch niemand erzählt bekommen, was ich gemacht habe und auch noch niemand Bilder gesehen. Aber von Anfang an. Heute Morgen um 11 Uhr sind wir losgefahren und ich wusste immer noch nicht wo die Reise uns hinführen sollte. Nach circa einer Stunde Fahrt ist dann wie aus dem Nichts ein riesiger Staudamm auf der linken Seite aufgetaucht. Wir waren nun in Revelstoke und das sollte das erste Highlight auf dem kleinen Roadtrip sein. Sowas habe ich auch wirklich noch nie gesehen und es war einfach beeindruckend, wie riesig dieser Revelstoke Dam war. Leider konnte man allerdings auf den Damm nicht drauf und das Visitor Centre war aufgrund der Höhe des Damms noch so zugeschneit, dass man nicht bis zur Aussichtsplattform durchkam. Aber Mike hat einfach am Highway angehalten, mich rausspringen lassen und das Foto ist, wie ich finde, richtig gut geworden. Bis dahin dachte ich, dass es das vielleicht gewesen wäre mit dem Roadtrip und wir nun zurückfahren. Denkste! Nach einem Cheeseburger bei McDonald's hat mich Mike drauf hingewiesen, dass nun nochmal eine Stunde Fahrt folgt. Wieder mit unbekanntem Ziel. Und wieder taucht aus dem Nichts das nächste Highlight auf. Wir fahren die ganze Zeit auf dem Highway und auf ein mal sind dort zwei Spuren mit zwei roten Ampeln. Auf der rechten Spur stehen zwei Trucks hinter einander und die Trucker stehen daneben. Mike hält vor der anderen roten Ampel und steigt aus. Ich habe mit Sicherheit geguckt wie ein Auto, ich hatte bis dahin nämlich immer noch nicht verstanden was los ist. Bis wir ein paar Meter weiter gegangen sind und man den riesigen See erkennen konnte. Nach der Ampel folgte eine 100 Meter lange ''Rampe'' ins Wasser. Nun hatte ich es auch gecheckt. Wir fahren mit einer Fähre! Vom Bundesstaat finanziert, damit der Verkehr über den See kommt. Mega cool! Aber was ist dort, dass wir dahin fahren? Ich wusste nur, dass ich eine Badehose und ein Handtuch dabei hatte. Um im See zu baden ist es allerdings dann doch noch etwas zu kalt. Nachdem wir in 30 min mit der Fähre den See überquert hatten, folgte nochmal 15 min Fahrt, bis wir an den Nakusp Hot Springs ankamen. Man kann sich das vorstellen wie ein Wellnessresort, allerdings kann man dort auch in so kleinen Hütten übernachten und alles ist sehr schick gemacht. Dort waren drei verschiedene Pools (im Sommer sogar vier). Ein sehr heißer, ein unfassbar kalter und ein relativ normaler. Was soll ich sagen, guckt euch die Bilder an. Mit so einem Ausblick hab ich auf jeden Fall noch nie gebadet. Nicht mal das Waldfreibad Hörste kann da mithalten. Mike hat sogar alles bezahlt, weil Barb und Grant uns Geld für solche Sachen da gelassen haben. Ich kann noch so viel schreiben, aber ich glaube die Bilder sagen mehr als tausend Worte. Als wir da waren hat auch noch die Sonne geschienen. Mike hat für seine Verhältnisse sogar echt viel geredet auf dem Trip und mittlerweile find ich ihn auch echt cool. Ist schließlich nicht selbstverständlich, dass er das alles mit mir macht. Zum Abendessen gab es auf dem Rückweg heute mal chinesisch und wir waren erst um 19 Uhr wieder da. Abschließend kann ich nur wiederholen, dass es richtig interessant war und ich einige nette Bilder geschossen habe. Aber genug gequatscht, seht selbst!
Ach ja, Sonntag kommen die beiden auch schon wieder aus dem Urlaub wieder. Ging schneller als gedacht. Wann ich genau los reise, entscheide ich die nächsten Tage. Ich halte euch auf dem Laufenden!
P.S.: Wenn Bilder ähnlich und doch verschieden aussehen, liegt das daran, dass ich meist einmal mit GoPro und einmal mit dem iPhone fotografiere. Meistens werden aber beide Bilder gut und ich weiß nicht welches ich nehmen soll. :-D
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| Da ging es ihr wieder ganz gut |
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| Die beiden Bilder vom Silver Star Mountain Resort (Fotos: skisilverstar.com) |
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| Der Blick vom Revelstoke Dam |
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| Der steht da wohl schon etwas länger |
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| Hier ging's auf die Fähre |
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Dieser Blick auf den See und die Berge...
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| Im Sommer ist dort unten noch ein Pool |
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| 14 Grad ist sau kalt, kann ich euch versichern |
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| Blick von der Fähre |
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| die ''Rampe'' |
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| Ich war auch wirklich da (nicht verwechseln, ich bin rechts im Bild) |
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| Die Trucks dürfen in Kanada auch auf Fähren nicht fehlen |