Samstag, 13. Mai 2017

Toronto

Guten Tag an meine lieben Leser!
Tatsächlich sitze ich grade in Porto am Flughafen und warte auf meinen Anschlussflug nach Amsterdam.
Leider war ich die letzten Wochen nicht in der Verfassung einen neuen Eintrag zu schreiben oder ich hatte keine gute Internet-Verbindung.
Ich fange einfach mal beim ersten Tag in Toronto an. Der Flug von Vancouver aus war relativ entspannt und nicht wirklich erwähnenswert. Als ich ankam, habe ich mich sofort auf den Weg Richtung Hostel gemacht und hatte das Glück, dass ich sehr früh morgens schon einchecken konnte. Die ersten Stunden habe ich nur geschlafen, da der Flug über Nacht war und ich sehr kaputt war.  Da aber so gutes Wetter war, habe ich mich gegen Mittag aufgerafft und bin in die Stadt gegangen. Erstmal war ich überwältigt, weil es mir wirklich vorkam, als würde ich durch New York laufen. Die riesen Leuchtreklamen und alles erinnern sehr an die Filme aus den USA. Zuerst habe ich mir den Kensington Market angeguckt, wo kleine Gassen sind mit vielen Bars und Geschäften. Danach habe ich mir die Graffiti Alley angeguckt, die eins der Highlights Torontos war. Eine ganze Gasse, in der erlaubt ist, alles vollzusprühen. Und das war wirklich Kunst. Auf dem Weg zurück zum Hostel habe ich noch einen Filmdreh hautnah miterlebt, in dem Polizeiautos aus New York benutzt wurden. Es wurde also in Toronto gedreht aber sollte aussehen wie New York. Es ist wohl sehr beliebt, Filme in Vancouver und Toronto zu drehen und es aussehen zu lassen als wäre es eine amerikanische Stadt. Warum auch immer.
Am nächsten Morgen habe ich sofort die erste Fähre nach Centre Island genommen. Eine Insel, die direkt vor Toronto liegt und ein Must-See sein sollte wenn man in Toronto ist. Es war strahlender Sonnenschein, die Fähre hat für Hin- und Rückfahrt zusammen nur 7$ gekostet, also perfekt für einen Trip auf die Insel. Und von dort hatte man wirklich einen super Blick auf die Skyline Torontos. Außerdem ist dort ein kleiner Vergnügungspark, der allerdings nur im Sommer geöffnet ist. Centre Island ist eigentlich sehr groß aber ich war in der Laune rumzulaufen und war locker 3 Stunden unterwegs und hab einfach nur die Insel erkundet. Dort gibt es sehr schöne Strände und im Sommer muss es dort echt ein Paradies sein. Nachdem ich die Fähre zurück genommen habe, hab ich mir noch den kleinen künstlich angelegten Strand am Ufer Torontos angeguckt, der bei dem Wetter auch sehr gut besucht war. Außerdem habe ich mir das Rogers Centre und das Air Canada Centre von außen angeguckt, die Spielstädten der Sportmannschaften Torontos. Normalerweise wollte ich auch auf den CN-Tower, da dies bis vor ein paar Jahren der größte Turm auf der Welt war. Aber da ich alleine unterwegs war und es 35$ gekostet hat, nur um da hochzufahren und ein paar Fotos zu schießen, war es mir das nicht wert. In Sydney war ich ja 2015 schon auf dem Tower und das fand ich auch nicht sonderlich atemberaubend. Also saß ich den Rest des Tages in einem Cafe und habe die vorbeilaufenden Leute beobachtet. Ich war aber auch sehr geschafft von der langen Wanderung über die Insel.
Nun kommt leider der negative Teil des Toronto-Trips. Den nächsten Morgen hatte ich sehr starken Husten, weswegen ich mich entschied, mich im Hostel auszuruhen, damit ich die restlichen Tage fit bin. Das war sehr schade, weil ich einen netten Italiener auf dem Zimmer hatte, mit dem ich gerne mehr unternommen hätte. Aber am nächsten Tag habe ich mich ja sowieso mit Joseph in Mississauga (ca. 30min von Toronto) getroffen zum Couchsurfing.
Leider wurde die Erkältung eher schlimmer aber ich habe mich trotzdem aufgerafft zum Bus zu laufen und nach Mississauga zu fahren, Joseph war zum Glück auch direkt vor Ort und hat mich zu seinem Apartment gebracht, weil er direkt danach wieder arbeiten musste. Sein Apartment war sehr stilvoll eingerichtet. Dazu hatte er einen Balkon mit Ausblick auf ganz Mississauga und dazu hatte ich noch ein eigenes Zimmer mit einem riesigen Bett, was perfekt war, um meine Erkältung auszukurieren. Ich muss dazu sagen, dass Mississauga zwar quasi ein Vorort von Toronto ist, trotzdem aber eine der fünf größten Städte Kanadas. Das könnt ihr aber auch auf den Bildern erkennen. Ich war einfach nur glücklich dass Joseph mich aufgenommen hat, denn ich bekam Fieber und als ich zum Shopping Centre gehen wollte, das nur 10min entfernt ist, habe ich fast einen Kreislaufzusammenbruch bekommen. Joseph hat mir aber sogar Medikamente gekauft und selber Tee gemacht, sodass ich in guten Händen war. Außerdem hatte er einen Whirlpool unten in dem (sehr luxoriösen) Wohnblock.
Zum Glück war nach zwei Tagen das gröbste der Erkältung überstanden, sodass wir samstags, als Joseph nicht arbeiten musste, zu den Niagara Fällen gefahren sind. Die sind einfach nur unfassbar beeindruckend, weil ich sie gar nicht sooooo groß erwartet hatte. Aber mehr als ein paar nette Fotos haben wir dort auch nicht gemacht. Danach ging es allerdings noch ins Casino. Im Endeffekt habe ich nur 5$ verspielt, es lief also nicht so schlecht. Joseph ist mit 60$ reingegangen und mit 0$ wieder raus. Für mich lief es also deutlich besser, hehe. Abends wollte Joseph unbedingt mit mir einen trinken. Also hat er Bier gekauft und er hatte noch Rum zuhause. Was soll ich sagen? Am Ende des Abends war ich betrunken. Ich muss dazu sagen, dass Joseph mir ALLES bezahlt hat und jeden Abend sehr leckeres Essen gekocht hat. Er ist wohl ein sehr erfolgreicher Manager in einer Firma, die international alle Arten von Stühlen verkauft.
Am Sonntag, also Josephs letztem freien Tag, haben wir Nikita besucht. Wahrscheinlich schreibe ich den Namen falsch, da er Ukrainer ist, aber zumindest ist das Josephs bester Freund. Wir haben zusammen gegessen und ein wenig gequatscht, weil Nikita am nächsten Tag in die Ukraine geflogen ist, um Urlaub zu machen. Die letzten Jahre hat er in Toronto studiert und mit einem anderen Ukrainer zusammengelebt. Beides auch sehr nette Leute, mit denen man gut Zeit verbringen konnte.
Über die letzten Tage bei Joey lässt sich gar nicht viel erzählen. Eigentlich wollte ich nochmal nach Toronto fahren aber Montag und Dienstag hat es so dermaßen geregnet, dass es nicht mal möglich war, zwei Meter zu gehen, ohne komplett nass zu werden. Und am letzten Tag, als strahlender Sonnenschein war, ging abends mein Bus nach New York. Aber bis auf die Erkältung hatte ich eine sehr schöne Zeit in Toronto und Mississauga und ich hätte keinen gastfreundlicheren Couchsurfer finden können als Joey. Und nun ging es nach New York, die Stadt, die ich schon immer sehen wollte!

Künstlich angelegter Strand direkt am Ufer Torontos


Die Graffiti Alley


Blick auf die Skyline von Centre Island aus



Die letzten drei Bilder sind alle von Centre Island

Heimstädte der Toronto Raptors


Ausblick von Josephs Balkon auf Mississauga Nr. 1

Und Nr. 2

Die Niagara Fälle

Ich war wirklich auch da

Montag, 1. Mai 2017

Vancouver Part 2

Guten Morgen, Leute!
Ich habe mal wieder die Zeit gefunden, um einen neuen Blogeintrag zu verfassen. Heute geht es um meinen zweiten Vancouver-Aufenthalt, der diesmal 9 Tage lang war.
So, wo war ich stehen geblieben? Ich bin bei Nils eingezogen und in der Wohnung haben nur Deutsche gewohnt. Ich habe dort für 15 Dollar die Nacht für 3 Nächte auf der Couch geschlafen, was im Endeffekt auch vollkommen gereicht hat. Die Bewohner hatten einige Probleme miteinander und außerdem war das Sofa sehr ungemütlich. Aber um die Tage bis zu meinem Hostel-Aufenthalt zu überbrücken hat es vollkommen gereicht. Wir waren mit Oliver, dem Vermieter, Basketball spielen und ich war das ein oder andere mal mit Nils in Downtown.
Am 15.04. bin ich dann dort wieder ausgezogen und habe für eine Woche im Hostel eingecheckt. Abends habe ich mich mit Nils und Jan (ebenfalls aus der Wohnung) noch im Queen Elizabeth Park getroffen, da dort eine Lichtshow veranstaltet wurde, bei denen die Bäume in unterschiedlichsten Farben angestrahlt wurden. Das war auch das letzte Mal, dass ich Nils gesehen habe. Wir haben uns ganz gut verstanden, aber so richtig gute Freunde sind wir nicht wirklich geworden.
Ich habe mich am selben Tag für die Hostel-Aktivität zum Lynn Canyon Park am nächsten Tag eingetragen, da es nur 8$ für den Bus gekostet hat und mir jeder gesagt hat, dass ich dort unbedingt hin solle. Und es hat sich wirklich total gelohnt. Wir hatten immerhin trockenes Wetter, was in diesen Tagen in Vancouver eine Seltenheit ist. Und der Park hat sehr viel schöne Natur zu bieten. Ganz abgesehen von der bekannten Lynn Canyon Bridge. Aber da kann ich auch wieder viel erzählen, die Bilder sind viel schöner. Also guckt selbst. Die Tour war außerdem gut besucht und unser Tourleiter war sehr nett und lustig, weswegen es nie langweilig wurde.
Im Prinzip sind die weiteren Tage nicht sonderlich spektakulär zu erzählen. Versteht mich nicht falsch, ich hatte riesen Spaß in dieser Woche im Hostel aber am meisten hat sich auch wirklich im Hostel abgespielt. Die meiste Zeit habe ich mit Marc (natürlich deutsch) und dem Schweden Tommy verbracht. Ich mochte die beiden echt gerne und wir haben abends zusammen in der Hostel Bar gesessen oder einfach ein paar Bierchen im Aufenthaltsraum getrunken. Außerdem habe ich morgens meist die Champions League-Spiele geguckt, bei denen sich auch immer relativ schnell ein paar Leute um mein Laptop versammelt haben, um mitzugucken. Als einen Tag mal wieder richtig gutes Wetter war, bin ich nach Gastown gewandert. Ein wenig außerhalb von Downtown ist Gastown ein wenig älter gestaltet. Dort gibt es viele Bars, Cafes und Boutiquen. Definitiv eine der schönsten Ecken, um etwas trinken zu gehen in Vancouver.
Als es am nächsten Tag wieder nur geregnet hat, haben Tommy und ich beschlossen, Bier zu kaufen und es uns im Aufenthaltsraum bequem zu machen. Marc hat im Hostel gearbeitet und hatte unter der Woche immer erst gegen 17 Uhr Feierabend. Nach kurzer Zeit hat sich Juan aus New York zu uns gesellt. Auch ein super Typ, der mir außerdem ein paar Tipps für meine Tage in New York geben konnte. So saßen wir bis abends zusammen und die Runde wurde immer größer. Das Prozedere hat sich in den folgenden Tagen noch ein paar Mal wiederholt. Ich weiß nicht ob ich es erwähnt habe, aber die Nation, die am meisten vertreten war im Hostel, außer Deutschland, war: Australien. Ob ihr glaubt oder nicht, gefühlt bestand das Hostel nur aus Deutschen und Australiern. Am nächsten Tag war mal wieder sehr schönes Wetter, weswegen Kristian (ebenfalls deutsch), Tommy, eine Holländerin, ein Engländer und ich Richtung Stanley Park gewandert sind um die Totempfähle der Indianer anzugucken. Irgendwie hat der Engländer, der eigentlich meinte, er wisse wo die sind, ein wenig die Orientierung verloren, dass wir irgendwann viel zu weit weg waren davon und schon unendlich viel gelaufen sind. Also haben wir beschlossen, die Totempfähle ausfallen zu lassen und stattdessen zu einem Festival am Strand zu gehen, das umsonst war. Wir hatten echt Glück mit dem Wetter, weswegen wir dort bis abends geblieben sind.
Da ich jetzt nur noch zwei Tage über hatte in Vancouver, wollte ich nochmal etwas sehen. Wieder war strahlender Sonnenschein, also bin ich morgens sofort los Richtung False Creek. Unterhalb von Downtown, sollte dort ein schöner Park sein, von dem man einen guten Blick auf die Skyline Vancouvers hat. Und das stimmt! Tommy hat einige gute Bilder von mir geschossen, die mehr oder weniger spontan entstanden sind. Weil das Wetter am Nachmittag zu warm und sonnig war um im Hostel rumzugammeln, haben Marc, Tommy und ich uns ein paar Bier geschnappt und sind in einen Park gegangen. Wir haben Musik gehört, ein bis zwei Bier gezischt und das Leben genossen. Auf jeden Fall einer der besten Tage in Vancouver! Ich war übrigens nicht einmal in einer Disco oder ähnliches. Wenn ich abends gesehen habe, was vor dem Hostel abging, hat mir das schon gereicht. Außerdem habe ich immer wieder gehört, dass es sehr teuer sein soll, in Vancouver feiern zu gehen.
An meinem letzten Tag kam der Schweizer, mit dem ich bei 'Vancouver Part 1' schon für eine Nacht auf einem Zimmer war, wieder nach Vancouver und hat mich gefragt, ob wir in 'Fly Over Canada' gehen wollen. Das ist ein 4D-Kino, in dem ein Flug über Kanada simuliert wird und man wirklich das Gefühl kriegt, als würde man vorne in diesem Flugzeug sitzen. 4D bedeutet, dass man auch Wind, Wasser usw. abbekommen hat. Das Geld hat sich auf jeden fall gelohnt, weil es sehr realistisch gemacht war. Ein ganz lustiger Zufall war, dass ich am Abend nach Toronto fliegen sollte und das quasi dann mein zweiter Flug über Kanada an dem Tag war.
Das war es auch schon größtenteils von Vancouver. Abends habe ich mich von allen Leuten im Hostel verabschiedet, mit denen ich zutun hatte und dann ging es los Richtung Toronto. Ehrlich gesagt hatte ich vorher gedacht, ich hätte ein wenig mehr zu erzählen, aber als ich meine Notizen eben mal durchgegangen bin, war es dann plötzlich gar nicht mehr so viel. Aber trotzdem hatte ich die Woche extrem viel Spaß, hab neue Freunde kennengelernt und kann sagen, dass Vancouver echt eine verdammt geile Stadt ist! So viel erst mal von mir, ich hoffe euch geht es gut. Und ansonsten bin ich ja bald wieder da, spätestens dann geht es euch wieder gut. Hehe. Bis dahin!

Die Lynn Canyon Bridge


Meine Wandergruppe





Lichtshow im Queen Elizabeth Park


Blick vom Queen Elizabeth Park auf die Stadt

Vancouver bei Nacht

Gastown

Die berühmte Dampfuhr in Gastown

False Creek