Montag, 17. April 2017

Vancouver Part 1

Guten Taaag!
Ich hinke ein wenig hinterher, aber ich versuche das jetzt alles so schnell wie möglich nachzuholen. Zum Glück habe ich mir jeden Tag Notizen gemacht, was ich alles erlebt habe. Somit hoffe ich, dass ich nichts bzw. nicht so viel vergesse.
Über die Fahrt nach Vancouver lässt sich nicht viel erzählen. Es hat ganze 12 Stunden gedauert und ich habe durchgehend versucht zu schlafen, was fast unmöglich war in diesem Bus. Gegen Mittag bin ich dann in Vancouver angekommen und habe mich sofort auf den Weg Richtung Hostel gemacht. Es war das gleiche wie bei meiner ersten Nacht in Vancouver auch. Ich durfte schon früher einchecken und der Erste, den ich in meinem Zimmer angetroffen habe, war Nils. Natürlich ein Deutscher. Den Abend bin relativ früh schlafen gegangen, da ich noch ziemlich fertig von der langen Busfahrt war. Am nächsten Morgen musste ich aus dem Hostel auch schon wieder auschecken, da ich mich mit einem Chinesen von der Plattform 'Couchsurfing' treffen wollte. Zur Erklärung für alle, denen Couchsurfing nichts sagt. Fremde Menschen bieten auf einer Plattform, ähnlich wie Facebook, an, dass man umsonst bei ihnen auf dem Sofa schlafen kann und in den meisten Fällen zeigen sie dir auch noch die Stadt. Natürlich kann man sich mit Hilfe von Rezensionen vorher ein Bild machen, ob die Person vertrauenswürdig ist. Meine erste Couchsurfing-Erfahrung sollte also David sein. Als er mir mitteilte, dass wir uns beim 'L'Abattoir', einer der Top-Adressen in Vancouver, treffen würden, hatte ich schon Angst, dass diese Erfahrung teuer werden könnte. Aber mein erster Gedanke war: Zum Glück habe ich mich heute Morgen gegen die Jogginghose entschieden. Dort angekommen habe ich sofort die anderen Couchsurfer kennengelernt, die natürlich auch Deutsche waren. Zu L'Abattoir lässt sich sagen: Ich wäre da selber niemals reingegangen. Es war genau wie ich es erwartet habe. Mini-Portionen zu Mega-Preisen. Aber nun ja, es sollte ja alles noch viel krasser werden. An dem Abend haben wir nur noch ein paar Bier gekauft und sind früh schlafen gegangen, weil wir morgens sehr früh nach Whistler aufbrechen wollten. Zu Davids Apartment lässt sich sagen: 31. Stock mit Blick auf das Meer und die Stadt. Aber guckt euch einfach die Bilder an.
Nun aber zu Whistler. Whistler ist das größte Skigebiet Kanadas (glaube ich) und im Rahmen der Olympischen Winterspiele 2010 haben dort die Skiwettbewerbe stattgefunden. Ich habe mich aber gegen das Skifahren und für das Erkunden des Dorfes entschieden. Das Leihen der ganzen Sachen und der Skipass waren so teuer, dass sich das für mich mit meinen Fähigkeiten nicht gelohnt hätte. Im Dorf war es aber auch eher dürftig. Es hat den ganzen Tag stark geregnet, sodass ich die meiste Zeit bei McDonald's oder Starbucks saß. Aber David hatte ja noch einen Trumpf in der Hinterhand. Nach dem Skifahren ging es für unsere 5er Gruppe noch in das Spa vom Hilton. Vier deutsche Backpacker mit einem wohlhabenden Chinesen im Hilton. Unpassender ging es wahrscheinlich nicht, aber da es uns nichts gekostet hat, war es ein sehr nettes Erlebnis.
Für den nächsten Tag hatte David eine Stadtführung geplant, die er schon für diverse Couchsurfer gemacht hat. Wir sind vom Westend bis nach Downtown gelaufen und er hat uns mehr oder weniger interessante Fakten über Allgemeines, Historie und Architektur in der Stadt Vancouver erzählt. Dass wir los gegangen sind, als es total am schütten war, hat ihn nicht interessiert. Und außerdem finde ich, dass er seine Aufgabe etwas zu ernst genommen hat. Wir kamen uns zwischendurch ein wenig vor wie auf einem Schulauflug. Aber nun gut, auch das war umsonst, also wieso sollte man sich beschweren? Und dann kam der Trump Tower! David nuschelte nur schnell etwas, dass das Restaurant dort drin nichts mit Donald Trump zutun hätte und dann war er auch schon auf dem Weg zum Eingang vom Mott32. DAS chinesische Restaurant in Vancouver überhaupt. Kaum saßen wir, da fing er schon fleißig auf chinesisch an, irgendwas zu bestellen. Ob wir das überhaupt wollen, war ihm relativ egal. Wir kamen uns alle vor wie im falschen Film. Normalerweise sitzt dort wahrscheinlich der Kaiser von China bei seinem Kanada-Besuch und jetzt sitzen wir deutschen Backpacker hier rum. Man muss zwar sagen, dass es sehr sehr lecker war. Dementsprechend sah die Rechnung für das Mittagessen aber dann auch aus. Zum Abschluss der Stadttour hat uns David nochmal in sein Auto gepackt und ist nach Granville Island gefahren. Eine kleine Insel, nicht weit entfernt von Downtown, auf der es einen überwiegend asiatischen Markt gibt. Der hat mich sehr stark an den Markt in Sydney erinnert. Außerdem waren wir in einer Brennerei und einer Brauerei und haben verschiedene Spirituosen und Biere probiert. Weitere Stops waren ein Besengeschäft und eine Glaserei. Warum auch immer wir dort waren, aber zumindest die Glaserei war sehr interessant.
Am nächsten Morgen war die große Abreise der anderen Deutschen, während ich noch eine Nacht bei David im Apartment geschlafen habe. Er selber ist morgens sehr früh nach Whistler gefahren und ich habe mir vorgenommen, durch den Stanley Park zu wandern. Der Park ist wie eine Insel, um die man einmal komplett herumlaufen kann, immer am Wasser entlang. Ich habe mir viel Zeit vorgenommen, weil man mindestens zwei Stunden braucht, um den Park zu umrunden. Leider hat es nach einer halben Stunde so stark angefangen zu regnen, dass ich immer wieder Pausen zum unterstellen machen musste. Im Endeffekt habe ich die Runde dann auch deswegen abgekürzt, weil ich schon komplett nass war und noch in die Stadt wollte. David kam erst abends wieder und ich hatte keinen Schlüssel. Trotzdem konnte ich einige ganz schöne Fotos von der Seawall und der Skyline machen. Abends habe ich mich mit David noch ein letztes mal zum Dinner verabredet. Diesmal im 'East is East'. Und ich durfte sogar selber bestellen, worauf ich Lust hatte!!! Wir haben beide ein All-you-can-eat genommen, bei dem man immer wieder Schüsseln mit asiatischen Gerichten nachbekommen hat. Und das war mal richtig lecker! Und ich war das erste Mal seit Tagen auch mal richtig satt. Mit dem Abendessen konnte ich also diesmal sehr gut leben. Auch wenn es wieder etwas über dem Budget lag, ein letztes Mal wollte ich mir was gönnen.
Am nächsten Morgen ging sehr früh meine Fähre von Horseshoe Bay nach Nanaimo, Vancouver Island. Ich habe im Vorfeld Kontakt zu einer Mitfahrgelegenheit aufgenommen, die mich direkt an der Fähre in Nanaimo abholen wollte. Sehr nett war, dass mich David morgens auf dem Weg nach Whistler noch zur Fähre gebracht hat. Meinen großen Reiserucksack habe ich bei ihm gelassen, weil mein Ausflug nach Vancouver Island nur für drei Tage geplant war. Abschließend lässt sich zu den Tagen mit David sagen: Billiger als im Hostel waren die Tage mit Sicherheit nicht, auch wenn ich mir das Geld für die Unterkunft gespart habe. Dafür hatten wir auch mal ein paar 'luxoriöse' Tage zwischen dem Backpackerleben und er hat uns die wichtigsten Ecken der Stadt gezeigt. Also kann ich im Endeffekt nicht unzufrieden sein. Auch wenn der Typ echt eine verrückte Persönlichkeit war. Wem der Film 'Hangover' etwas sagt: David hat mich echt an eine Light Variante von Mr. Chow erinnert. Aber nun ging es weiter mit Tofino...
Blick aus Davids Apartment links

Und rechts

Whistler







MOTT32 zum Mittag

Lecker war es aber schon

Tesla Showroom

Markt auf Granville Island



Da fress ich doch glatt 'nen Besen
Die Seawall im Stanley Park




Letzter Abend


2 Kommentare:

  1. Konnte nicht eher schreiben, hatte kein Netz. Kaum zu glauben, was Du alles erlebst. Schöner Bericht, schöne
    Bilder, nur Trump brauchte nicht, wenn auch nur indirekt,
    darin vorkommen. Nur bei seinem Namen beschleicht mich
    schon ein Unbehagen

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  2. Das ist ja echt alles grandios, was Du so siehst und erlebst.

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